Zeit, Zeit, Zeit ist Utopie

Der Motor der Zeitmaschine knatterte. Peter sah auf den Beifahrersitz und grinste. Neben ihm saß sein Gefährte Julian, der in einem dicken Wälzer mit dem Titel “Zeitgeschichte für Anfänger” blätterte. Schließlich blickte Julian auf und entschloss, “Gemäß unseres Zeitplanes können wir uns einen Zeitsprung von drei Jahren leisten.”

Peter stimmte ihm zu, “Richtig, die heutige Zeitung trägt das Datum des 13. Dezembers 2012. Das hieße, es geht für uns beide ins Jahr 2015.””

Er warf den Zeitzeugen aus recycelbaren Papier auf die Rückbank und drückte eine komplizierte Reihenfolge an Knöpfen.

Peter erinnerte sich an das Leben ohne eigene Zeitmaschine. Eine Zeit, in der man noch auf strikte Zeitpläne der öffentlichen Zeitverkehrsbetriebe angewiesen war. Zwei Tage Verspätung oder sogar drei Tage zu früh, empfand er nun als ein unzumutbares Zeitfenster.

Aber nun, was waren schon 48 Stunden in einem Zeitalter, in dem Zeitdruck zu einem Witzwort geworden war.

Da fast jeder Bürger – vorausgesetzt er hatte ausreichend Geld – eine eigene Zeitmaschine besaß, konnten weite Teile der Bevölkerung mit ihrer Zeit haushalten, wie sie es als Zeitreisende der Moderne für nötig empfunden. Den Zeitgeist des Akkords hatten viele bereits hinter sich gelassen. …

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