Das Jahr 2013 gibt sich die Ehre. Oldies but Oldies.

Da wir nun wieder ein Jahr irgendwie rumbekommen haben, schmeiß’ ich mal drei alte Einträge aus den letzten zwei Jahren auf den Teller.

Nächtliche Gedanken stehen nun mal nicht auf Riesenräder.

„Wir geben nochmal Vollgas!“ Die Stimme des Schaustellers schallt über die Kirmes. Eine Gruppe von Gedanken sind anscheinend gut dabei und applaudieren ihm triumphierend: „Yehaaaa wir wollen noch eine Runde nächtliches Gedankenkarussell fahren!“
Während Gedanke Angst bitterlich zu weinen und betteln beginnt: „Uhh, das ist mir doch zu schnell hier, ich möchte aussteigen.“ Grölt hinten dran, auf einem rosa Pony Gedanke Gleichgültigkeit: „Du Weichei, voll geil hier. Stell dich nicht so an, ist doch alles super.“ Der Karussell-Betreiber spornt die Gedanken an: „Ich glaub wir bringen noch ein bisschen Schwung in die Kiste!“ und wirft währenddessen Gedanken Rache auf das Karussell.

Gedanke Angst kann es nicht mehr aushalten und übergibt sich in sein kleines Feuerwehrauto, „‘Tschuldigung bitte, aber ich konnte nicht mehr atmen und dann hat sich mein Magen zugeschnürt, ganz fieses Gefühl.“ Gedanke Gleichgültigkeit hat da gar kein Mitleid, stellt sich auf sein dickes rosa Pony und ruft: „Weeeeeer koooootzt, der putzt!“
Nebenan am Süßigkeitenstand steht ein kleiner Gedanke und bestellt sich eine Zuckerwatte, ohne zu bedenken, dass diese kleine, süßlich klebrige, pinke Wolke mal fiese Zahnschmerzen bereiten könnte.

An der Losbude wird mit den tollsten Versprechen gewettert: „Gewinne, Gewinne, Gewinne,
Heute haben wir nur Hauptgewinne – die Nieten zählen nicht!“ Ahja, interessant, das gibt es auch nur auf dem Jahrmarkt. Ich habe jedenfalls noch niemanden gesehen, der den knuffigen, großen Teddy von oben abgeräumt hat.
Ein Fahrgeschäft weiter rammen beim Autoscooter immer wieder zwei schwere Gedanken aneinander. Die Lage scheint aussichtslos, da keiner nachgeben möchte.

Nur das Riesenrad ist leer. Dabei hat man von ganz oben doch einen so klaren und freien Blick.
Oh bitte, nächste Nacht möchte ich Riesenrad fahren.

Die Liebe ist eine Hose.

Verbringen wir nicht den ganzen Tag mit dem Suchen und dem Finden? Egal, was es auch ist. Wo ist der Autoschlüssel, wo ist mein Handy, wo ist die Fernbedienung, wo ist die nächste Toilette und ja, manch einer ist auf der Suche nach der großen Liebe und dem dazugehörigen Glück. Die kleinen Alltagsdinge, also der Schlüssel oder das Handy scheinen wie von selbst wieder aufzutauchen.

Es ist allgemein bekannt, dass man mit dem Vorsatz im Köpfchen, eine Hose oder ein anderes bestimmtes Kleidungsstück zu kaufen, nichts passendes findet, tja, und wenn man nicht auf der Suche ist und zudem auf keinen Fall etwas kaufen möchte, findet man sie, DIE perfekte Hose. Vielleicht kommt es nicht von ungefähr, dass Pärchen ihren Single-Freunden raten: „Du darfst einfach nicht suchen, die Liebe kommt ganz unerwartet vorbei.“ Ahja, also ist die Liebe eine Hose! (Das möchte ich nicht weiter ausführen, da das Endergebnis wäre: jede Lieblingshose ist irgendwann nicht mehr zu retten, da hilft leider kein Flicken und Stopfen mehr! Naja, jetzt ist es raus.)

Was machen wir jetzt daraus? Verkrampft verSUCHEN nicht zu SUCHEN? Schon der christliche Glaube lehrt uns folgendes: wer suchet der findet! Und da es keine Lösung dafür gibt, kann ich nur sagen, Augen offen halten, seine Mitmenschen wahrnehmen und beachten, ohne hinter Jedermann einen potentiellen Traumpartner zu erhoffen und die Dinge auf sich zukommen lassen. Das Schicksal hat immer einen guten Streich parat!

Zwischen den Jahren

Es ist mal wieder die Zeit zwischen den Jahren. Die Zeit, in der das alte Jahr endet und das neue bald beginnt. Ein Zustand gewisser Zeitlosigkeit. Ein Umbruch nach den besinnlichen Tagen ( oder auch die Tage der familiären Explosionen), in heller Vorfreude auf Silvester und die Hoffnung, dass im nächsten Jahr alles besser wird. Wehmut, Zurückblicken auf alte Zeiten, Hoffnung auf Neues.

Den Höhepunkt bildet Silvester 23:59 :
“Every New Year’s Eve is impending apocalypse in miniature. You fuck where you want, you puke when you want, you glass who you want to glass – the huge gatherings in the street; the television round-ups of the goodies and the baddies of time past; the frantic final kisses; the 10! 9! 8!”
(White Teeth – Zadie Smith)

Schnell noch einmal die Sau rauslassen, die letzten Kohlrouladen verdrücken, die alten Laster auskosten bis es heißt ” ab morgen, ab morgen ist Schluss damit”. Ich möchte gar nicht den Moralapostel spielen. Denn, hey, es ist gut, dass wir uns Besserung versprechen, selbst wenn diese nur leere Floskeln sind. Es ist der Moment, in dem wir uns alle ähneln, die Welt ein Stück zusammenrückt. Es ist der Moment, in dem wir sehen, dass wir alle keine Little Miss Perfects sind. Und das ist doch schön zu wissen.

Also lasst die Korken knallen, die Rouladen in den Ofen schieben, uns Fremden an den Hals werfen und sehen wie die Welt für einen Moment der Apokalypse nahe ist. Denn wir ahnen es doch: ” Morgen, morgen werden wir ein ganz anderer Mensch sein.”

Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins neue Jahr und einen schnurrenden, leise miauenden Kater!

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