Von Deià nach Port de Soller – Der frühe Wanderschuh gewinnt

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Port de Soller

Mallorca besteht aus Paralleluniversen, die in Nutze den Tag und Nutze die Nacht aufgeteilt sind. Meine Freundinnen und ich entscheiden uns für das Lebensmotto der Frühaufsteher und Lerchen des Lebens. Und somit beginnt unser erster voller Tag auf der beliebten Insel um 5:30 in der Nacht.Während die Nachtigallen vom Ballermann erst jetzt nach Hause schweben, streife ich mir mein Laufoutfit über, schlüpfe in meine Nikes und wecke meine Mitstreiterinnen mit “Downtown” von Macklemore. Der Ohrwurm dürfte für den ganzen Tag reichen. Für den Fall, dass ich unglücklich von einer Ziege den Berg hinab geschubst werde, nehme ich ein letztes Fotos für die Öffentlichkeit auf. (Der Tiger auf dem Shirt, ein natürlicher Feind der spanischen Ziege, konnte allerdings als Tarnung fungieren und das Schlimmste verhindern.)

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Die Busfahrt von Palma de Mallorca nach Deià

Wir packen eine ganze Bäckerei und jeweils einen Eimer Alioli und Olivenpaste in den Rucksack und machen uns zum Busbahnhof am Plaza de Espana in Palma auf. Dieser liegt unterirdisch und besteht aus einem super tollen Café mit Kaffee, der jeden Schluck wert ist und annähernd 30 Bahnsteigen, von denen Busse in alle Richtungen der Insel geschickt werden. Wir wollen allerdings nur zur Haltestellte Can Boi, die in Deià liegt und, die gleichzeitig die Bezeichnung einer Jugendherberge und der Einstieg zur Wanderroute ist. Die Fahrzeit beträgt eine knappe Stunde. Während der Busreise ist ein guter Magen und ein wenig Rateglück gefragt, denn die Haltestellen werden nicht angezeigt oder ausgerufen. Im Zweifel für den Zweifel: Dort aussteigen, wo alle anderen Wandersandalen mit Wanderstöcken und guter Laune den Bus motiviert verlassen. Die Busfahrt kostet unter drei Euro und ist somit ein echter Schnapper. Muy bien!

Irgendwo im Nirgendwo: der Einstieg (La entrada)

Wir benutzen einen Wanderführer, der uns textliche, kreativ übersetzte Anweisungen gibt und uns durch die mallorquinische Landschaft führt. Kostenlose Wanderkarten und -führer gibt es am Plaza de la Reina in der Touristeninformation. Obacht: Die Touristeninformation am Plaza de Espana konnte uns keine Auskunft zu Wanderrouten geben. Das muss einem erst mal gesagt werden. Die Route von Deià nach Port de Soller gehört zur Weitwanderroute G221. Viele mallorquinische Wanderetappen werden derzeit erst ausgebaut. Für unerfahrene Wanderer, zu denen ich mich zählen muss, macht es deswegen Sinn die ausgeschilderten Wege zu benutzen.

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Can Boi: Frühstückspause.

Die Jugendherberge ist zudem die vorerst letzte Toilettenmöglichkeit, die ausgenutzt werden will und sollte (eine wirklich stilvolle Sanitäranlage). 5 Minuten vor uns startet eine französische und fitte Seniorengruppe in Richtung Port de Soller, die entweder einen wirklich strammen Schritt gegangen sein muss oder, was wahrscheinlicher ist: von einer Ziege erbarmungslos den Berg hinabgeschubst wurde. Merde. Wir haben sie jedenfalls nie wieder gesehen. Frohen Mutes und gestärkter Waden starten wir unsere lustige Tour durch Olivenwäldchen, steinige Wege und Ziegenköttel. Mit der Weite des Meers im Blick wandern wir über Stock und Stein. Ein Profi-Wandertipp, den ich euch in den Trekkingrucksack packen möchte: Es ist obligatorisch, auch auf Mallorca, jeden entgegen kommenden Wanderer mit Grüß Gott zu begrüßen. Das verlangt das Ritual. Die beschriebene Route kann auch hier nachgelesen werden.

Deià nach Port de Soller. Ein Renault R4 am Wegesrand.
Ein Renault R4 in Deià.
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Auf der Wanderung nach Port de Soller.

Der Aussichtsfleck über Port de Soller

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Ein arrangiertes Stillleben oder ein Wunder der Natur?

Nach drei Stunden Wanderung und kurz vor dem Port de Soller rasten wir und laben uns zu dritt an zwei Orangen. Wir sehnen uns nach nackten Füßen im kalten Meer und einem kühlen Estrella aus der Flasche. Kurz vor dem Ziel schauen wir noch einmal über die Bucht und denken: Hier wollen wir nie wieder weg. Tja, es kommt ja immer anders, als das Herz begehrt.

Welchen Schabernack wir in Soller erlebt haben, erzähl ich euch im nächsten Artikel. Ich bin von der Flut der mallorquinischen Eindrücke immer noch überwältigt und werde diesen und folgende Artikel immer wieder aktualisieren, falls mir noch Dinge einfallen, die für die Öffentlichkeit einen Mehrwert darstellen.

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